Ein Montag voller Kindheitshelden, ein Dienstag nach Anfangsbuchstaben und am Freitag ein gemeinsames Abschlussfoto: Eine Mottowoche bringt Abwechslung in eure letzten Schultage und liefert Erinnerungen, die weit über das Abi hinaus bleiben.

Am besten funktioniert sie, wenn der ganze Jahrgang mitreden kann. Sammelt deshalb zuerst Ideen, stimmt gemeinsam ab und stellt dann einen Wochenplan zusammen, der auch mit wenig Geld und ohne aufwendige Kostüme Spaß macht.

So stimmt ihr fair über die Mottos ab

Erst Ideen sammeln

Gebt eurem Jahrgang eine feste Frist, zum Beispiel drei Tage, um Vorschläge einzureichen. Zu jedem Motto gehört eine kurze Erklärung und mindestens eine einfache Idee für ein Outfit. „Anfangsbuchstabe“ wird dadurch greifbarer als ein einzelnes Wort in einer Umfrage.

Fasst doppelte Vorschläge zusammen und klärt mit der Schule, welche Rahmenbedingungen gelten. Themen, die einzelne Personen abwerten oder nur mit teuren Anschaffungen funktionieren, solltet ihr vor der Abstimmung überarbeiten.

Dann gemeinsam auswählen

Eine einfache Variante: Jede Person darf drei unterschiedliche Favoriten wählen. Die fünf meistgewählten, geeigneten Themen bilden eure Woche. Legt vorher fest, wie ihr mit Gleichständen umgeht, etwa durch eine kurze Stichwahl.

Achtet darauf, dass jede Person nur einmal teilnehmen kann. Eine feste Frist und eine klar veröffentlichte Ergebnisliste machen die Entscheidung nachvollziehbar. Persönliche Vorlieben des Organisationsteams sollten die gemeinsam vereinbarten Regeln nicht nachträglich ersetzen.

Zum Schluss die Tage festlegen

Verteilt die ausgewählten Themen sinnvoll auf die Woche. Ein besonders aufwendiges Gruppenkostüm braucht möglicherweise mehr Vorbereitung. Ein einfaches Farbthema eignet sich gut für einen vollen Schultag. Veröffentlicht den endgültigen Plan möglichst früh mit Datum und Beispielen für jedes Motto.

Lasst nach der Abstimmung genug Zeit, um Kleidung auszuleihen, Requisiten zu basteln und Gruppen zu bilden. Eine Mottowoche soll Vorfreude machen und keinen täglichen Einkaufsstress auslösen.

Kreative Mottos für eure Woche

Kindheitshelden

Werdet zu einer Figur, die euch früher begleitet hat: aus einem Buch, einer Serie, einem Spiel oder eurer Fantasie.

Besonders schön ist ein gemeinsames Foto mit den Helden eurer Kindheit. Wer keine konkrete Figur darstellen möchte, kann auch als Lieblingsspielzeug oder gezeichnete Comicfigur kommen.

Anfangsbuchstabe des Vornamens

Jeder sucht sich eine Rolle, die mit dem eigenen Anfangsbuchstaben beginnt. Mina wird zur Magierin, Jonas zum Journalisten und Lea zum Leuchtturm. Auch Tiere, Gegenstände und selbst erfundene Figuren sind möglich.

Legt vorher fest, ob der Vorname oder ein anderer gemeinsam vereinbarter Name zählt. Gerade ungewöhnliche Buchstaben sind ein guter Anlass, kreativ zu werden.

Erster Schultag trifft Zukunftsich

Eine Hälfte eures Jahrgangs kommt mit Schultüte und buntem Rucksack, die andere als eigene Vorstellung vom Leben in 20 Jahren. Das funktioniert als gemeinsames Thema oder als frei wählbare Alternative innerhalb eines Tages.

Eine kleine Fotoreihe mit der Frage „Was dachtest du damals, was du später wirst?“ passt später auch in eure Abizeitung.

Alles in einer Farbe

Eine besonders einfache Idee: Sucht euch eine Farbe aus und stellt ein Outfit aus vorhandenen Kleidungsstücken zusammen. Gruppen können verschiedene Farbfamilien bilden, sodass auf dem gemeinsamen Foto ein Regenbogen entsteht.

Legt fest, ob jede Person frei wählt oder ob ihr die Farben vorher verteilt. Niemand muss für einen bestimmten Farbton neue Kleidung kaufen.

Zeitreise durch die Jahrzehnte

Ob auffällige Muster, eine geliehene Jacke oder eine Frisur von früher: Jede Person interpretiert ein Jahrzehnt auf ihre Weise. Ihr könnt euch auf eine Epoche einigen oder eine Reise durch mehrere Jahrzehnte erlauben.

Konzentriert euch auf Kleidung und Musikstil. Für eine gute Idee braucht es keine teure, möglichst genaue Nachbildung eines historischen Outfits.

Traumjob und völlig erfundene Berufe

Neben echten Berufswünschen sind kreative Rollen erlaubt: professionelle Wolkenzählerin, Chef der verlorenen Socken oder Zukunftsforscherin. Mit einem selbst gemachten Ausweis und wenigen Requisiten wird aus Alltagskleidung ein Kostüm.

Red Carpet / Overdressed

Ein Grund sich einmal richtig schick zu machen ist einen Red Carpet zu veranstalten. Dies ist auch kombinierbar mit anderen Mottos die dazu passen, gibt aber trotzdem jedem genug Freiraum.

Gegensätze und Partnerkostüme

Tag und Nacht, Sonne und Regen oder Stift und Radiergummi: Zwei Personen bilden zusammen eine Idee. Für größere Gruppen passen etwa die Jahreszeiten oder die Farben eines Malkastens.

Bietet eine Möglichkeit für Einzelpersonen an, damit niemand eine feste Gruppe braucht, um mitzumachen.

Everything but a Backpack

Jeder nimmt als Schulranzen etwas mit was kein klassischer Schulranzen ist.

Schulfach/LK als Outfit

Wie sieht Mathematik als Person aus? Oder Kunst, Sport und Geschichte? Farben, Papierformen und kleine Schilder reichen für viele Ideen.

Weitere schnelle Vorschläge

  • Schlafanzug mit bequemer, für den Schulalltag geeigneter Kleidung
  • Lieblingshobby als Outfit
  • Filmgenre statt konkreter Filmfigur
  • Als Lieblingslehrer/in
  • Jahrgangsfarben oder gemeinsame Abihoodies
  • Après-ski 
  • Ballermann
  • Blautag (alle tragen Blaue Overralls)

Wählt die Ideen aus, zu denen euer Jahrgang wirklich Lust hat. Für euer übergreifendes Abschlussmotto findet ihr zusätzlich Tipps zur gemeinsamen Mottoauswahl.

Beispiel für einen Wochenplan

Dieser Plan ist ein Vorschlag und lässt sich an euer Abstimmungsergebnis anpassen:

Tag Motto Einfache Umsetzung
Montag Kindheitshelden Vorhandene Kleidung mit einem selbst gebastelten Erkennungszeichen
Dienstag Anfangsbuchstabe Eine Figur, ein Tier oder ein Gegenstand passend zum Namen
Mittwoch Zeitreise Ein geliehenes Kleidungsstück und ein passendes Accessoire
Donnerstag Traumjob Alltagssachen mit einem selbst gestalteten Berufsschild
Freitag Jahrgangsfarben oder Abihoodies Gemeinsames Gruppenfoto zum Abschluss

Plant einen Fototermin so, dass er nicht jeden Tag spontan gesucht werden muss (z.B immer die 2. große Pause). Wer nur einzelne Tage mitmachen möchte, ist genauso willkommen.

Günstig, freiwillig und passend zum Schulalltag

Richtet eine kleine Tauschbörse für Accessoires ein. Oft liegen bei anderen noch eine passende Kappe, ein Tuch oder eine Weste. Eine gemeinsame Bastelstunde spart Geld und macht schon vor der eigentlichen Woche Spaß.

Zu jedem Motto sollte es eine einfache Variante geben. Ein Farbakzent oder ein kleines Schild kann genügen. Es braucht keinen Wettbewerb darum, wer am meisten ausgegeben hat oder am aufwendigsten verkleidet ist.

Stimmt mit der Schule ab, welche Regeln während des Unterrichts und in Sport oder Fachräumen gelten. Kostüme dürfen Bewegung, Sicht und sicheres Arbeiten nicht behindern. Lasst gefährliche Requisiten und täuschend echte Waffen zu Hause. Wählt Rollen, bei denen niemand wegen Herkunft, Religion, Behinderung oder anderer persönlicher Eigenschaften zur Pointe wird.

Erinnerungen sammeln, ohne jeden Tag neue Gruppenfotos zu jagen

Bestimmt freiwillige Personen, die sich um Fotos kümmern, und legt einen gemeinsamen Ablageort fest. Bei Abifix können alle Schüler per Link eingeladen werden und Fotos hochladen und alle hochgeladenen Fotos sehen, sodass Duplikate vermieden werden. Fragt vor Aufnahmen und insbesondere vor einer Veröffentlichung, wer einverstanden ist. Ein Kostümfoto muss nicht automatisch in sozialen Medien landen.

Für eure Abizeitung könnt ihr jedem Tag eine kleine Bildstrecke widmen: Motto, Gruppenfoto und eine kurze Erinnerung. In Abifix lassen sich solche Bilder sammeln und auf eigenen Seiten gestalten. Hinweise zu Bildauswahl und Auflösung findet ihr im Artikel über Fotos für die Abizeitung.

Wenn ihr für den letzten Tag ein gemeinsames Outfit plant, hilft euch unsere Aufgabenliste für Abihoodies und Abimerch. Für eine eigene Abschlussaktion findet ihr außerdem kreative Ideen und Planungstipps zum Abistreich.

Eine gute Mottowoche erkennt ihr daran, dass viele gerne mitmachen und jeder einen Platz darin findet. Entscheidet gemeinsam, plant früh und lasst genug Raum für spontane, persönliche Ideen.